Pädagogisches Zaubern
Pädagogisches Zaubern ist ein effektives und verblüffend einfaches Mittel, um Beziehungen aufzubauen und Motivation sowie Selbstwirksamkeit zu fördern 
 

Hintergrund
Was ist pädagogisches Zaubern?

Um Beziehungen zu gestalten, um Vertrauen und Zuversicht aufzubauen oder um überhaupt erst einmal einen Zugang zu den Kids zu bekommen, kann das eingesetzt werden, was unter „therapeutischem Zaubern“ bekannt ist. Dieses Konzept geht auf Annalisa Neumeyer zurück und ist eine Kombination aus Bühnenzauberei und hypnosystemischen Interventionen. Im Folgenden werden einige Elemente des Therapeutischen Zauberns auf Anwendungen im Klinischen Classroom Managements übertragen und mit anderen Elementen des Classroom Managements angereichert. Es geht als um Pädagogisches Zaubern.

Das Pädagogische Zaubern erfüllt vier Funktionen: Erstens können Sie einen Zugang zu Kindern und Jugendlichen bekommen, zu denen es typischerweise schwierig ist, einen Zugang zu bekommen. Zweitens können Sie die Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen fördern. Drittens können Sie die Zauberroutinen als Metaphern verwenden und so den Fokus auf Ressourcen und Möglichkeiten lenken. Das lädt zur Zuversicht ein, anstatt im Problemzustand zu verweilen. Und viertens sind Zaubertricks häufig so attraktiv, dass Sie diese als Verhaltensverstärkung für intendiertes Verhalten einsetzen können.

Sie bekommen hier einen Einblick in die Ansätze und auch ein paar einfache Tricks an die Hand, die so einfach sind, dass Sie diese mit ein wenig Übung direkt nutzen können. Manchmal sagt ein Bild mehr als 1000 Worte. Daher stelle ich Ihnen Videos zu den beschriebenen Tricks bereit, in denen Sie die Handhabung Schritt für Schritt sehen.

Trick 1/ Routine 1
Bauchgefühl

Wie funktioniert diese Routine?

 

Sie finden unten ein Tutorial zu diesem Zaubertrick und eine Beschreibung des Vorgehens in fünf Schritten.

 

Schritt 1: Zwei Referenzkarten

Die Lehrerin legt zunächst zwei Karten offen nebeneinander auf den Tisch, eine rote und eine schwarze. Die rote Karte sollte näher bei der Schülerin liegen.

 

Schritt 2: Karten zuordnen

Die Lehrerin zeigt der Schülerin Spielkarten, allerdings sieht die Schülerin nur die Rückseiten der Karten. Sie soll immer aus dem Bauch heraus entscheiden, ob die Karte schwarz oder rot ist. Sagt sie schwarz, legt die Lehrerin die Karte zu der schwarzen Karte und bei Rot entsprechend zur roten.

In Wirklichkeit wählt die Lehrerin sechs bis acht rote Karten aus. Diese nimmt sie konsequent von einem Ende des Stapels, den sie in der Hand hat, so dass an dieser Stelle des Stapels nur noch schwarze Karten übrigbleiben.

 

Schritt 3: Umgekehrte Referenzkarten

Nun legt die Lehrerin mit der Bildseite nach oben eine schwarze Karte auf den „roten“ Stapel und eine rote Karte auf den „schwarzen“ Stapel. Natürlich liegen verdeckt jetzt überall rote Karten.

 

Schritt 4: Die Schülerin verteilt

Nun nimmt die Lehrerin sechs bis acht schwarze Karten als Stapel und gibt diese der Schülerin. Die Karten nimmt sie von der Stelle des Stapels, von der sei zuvor die roten Karten gezogen hat. Die Schülerin soll nun diese Karten nach Gefühl der schwarzen und der roten Karte zuordnen, wobei jetzt die neuen Referenzkarten die Farbe angeben.

 

Schritt 5: Die Fähigkeit der Schülerin überprüfen.

Die Lehrerin fasst das Geschehen noch einmal kurz zusammen. Wesentlich dabei ist nur, dass die Schülerin vollkommen aus ihrem Bauchgefühl heraus jede Karte zugeordnet hat und die Lehrerin die Karten genau dort hingelegt hat, wo die Schülerin es gewollt hat. Dann schlussfolgert die Lehrerin, dass jetzt hinter/unter der roten Karte lauter rote Karten und unter den schwarzen lauter schwarze Karten liegen müssten – vorausgesetzt, mit dem Bauchgefühl der Schülerin ist alles in Ordnung.

Nun bittet die Lehrerin die Schülerin einen Stapel umzudrehen und diesen zu überprüfen. Dabei schiebt sie ihr (quasi nebenbei) den Stapel zu, der als erste Referenzkarte eine rote Karte hatte. In diesem Stapel liegen nämlich alle roten Karten hinter der roten und alle schwarzen Karten hinter der schwarzen Karten. Da die Lehrerin die erste rote Referenzkarte näher an die Schülerin herangelegt hat, fällt es überhaupt nicht auf, dass die Schülerin nicht den anderen Stapel bekommt. In dem liegen hinter der ersten schwarzen Referenzkarte schließlich nur rote Karten und hinter der zweiten referenzkarte, die ja rot ist, liegen nur schwarze. 

Das Problem löst die Lehrerin höchst elegant, indem sie die Karten in ihrer Hand zu einem Stapel zusammenführt. Oben auf diesem Stapel liegt jetzt die schwarze Referenzkarte. Diese Karte mischt die Lehrerin unauffällig unter den Stapel an die letzte Stelle. Das macht sie, während sie die Schülerin gleichzeitig bittet, ihren Stapel einmal zu kontrollieren. Damit die alle Aufmerksamkeit für einen kurzen Augenblick nur bei der Schülerin. Ist die schwarze referenzkarte unten, liegen die roten Karten über der roten Referenzkarte und die schwarzen über der schwarzen Referenzkarte. Es scheint also auch hier alles richtig zu sein. Also präsentiert die Lehrerin jetzt auch diesen Stapel und zeigt damit, dass das Bauchgefühl der Schülerin übersinnlich gut ist.

Tutorial

Tutorial zum Zaubertrick Bauchgefühl.

Hintergrund
Was versteht man unter Growth-Mindset? 

Growth-Mindset beschreibt die Überzeugung, dass man durch Anstrengung und gezieltes Verhalten seine Kompetenzen und Talente steigern kann. Dieser Ansatz geht auf die Psychologie-Professorin Carol Dweck zurück. Das Gegenteil vom Growth-Mindset ist das Fixed Mindset. Dieses umfasst die Überzeugung, dass Talente und Kompetenzen gegeben sind und durch gezielte Anstrengungen und Training kaum veränderbar sind. 

Das Growth-Mindset geht mit dem Erleben von Selbstwirksamkeit, größeren Erfolgen, mehr Selbstbestimmung und vor allem großer Lebenszufriedenheit einher. 

Innere Überzeugungen lassen sich durch reflektierte Erfahrungen verändern. Somit lässt sich ein Growth-Mindset auch fördern. Das Growth-Coaching ist die Möglichkeit, gezielt Erfahrungen von Persönlichkeitswachstum zum machen und diese so zu reflektieren, dass sie ein Growth-Mindset entwickelt und internalisiert.

Falls Sie Fragen haben, schreiben Sie mir gerne eine Mail an: anmeldung@growth-institut.de 

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